Benjamin Breckinridge Warfield (1851–1921)

Benjamin Breckinridge Warfield (B.B. Warfield) war der große Theologe von Princeton, dessen Name gleichbedeutend mit der Lehre von der biblischen Inspiration ist. Er folgte aa-hodge|A.A. Hodge als Professor für didaktische und polemische Theologie am Princeton Theological Seminary nach, wo er von 1887 bis zu seinem Tod im Jahr 1921 wirkte. ^[raw/en/wcf-intro.md]

Leben und Wirken

Geboren in der Nähe von Lexington, Kentucky, studierte Warfield in Princeton, am College of New Jersey und später in Europa. Er diente kurzzeitig als Pastor, bevor er als Lehrer nach Princeton zurückkehrte. Er wurde zum führenden amerikanischen Verteidiger der Lehre von der vollständigen Verbalinspiration und zum Gegner des theologischen Liberalismus.

Die Lehre von der Heiligen Schrift

Warfields Beitrag zur Lehre von der Heiligen Schrift ist für die nachreformatorische Epoche von zentraler Bedeutung. Er vertrat die Auffassung, dass die Westminster-Theologen eine starke und doch nuancierte Sicht der Inspiration vertraten: vollständig (jeder Teil gleichermaßen inspiriert), verbal (bis in die einzelnen Worte hineinreichend) und organisch (der Geist wirkte durch die Persönlichkeiten und Stile der menschlichen Verfasser hindurch). ^[raw/en/wcf-ch01-s02.md]

Der Schlüsselbegriff in seinem Denken ist die »göttliche Urheberschaft«. Warfield argumentierte, dass, wenn das Bekenntnis sagt, Gott habe »dasselbe ganz und gar in die Schrift fassen lassen«, dies bedeutet, dass Gott selbst der Urheber der Schrift ist. Die Bibel ist nicht bloß eine Aufzeichnung der Offenbarung; sie ist selbst Offenbarung — das Wort Gottes in schriftlicher Gestalt. ^[raw/en/wcf-ch01-s04.md]

»Das Geringste, was ich möglicherweise bekennen könnte, ist das Äußerste, was mein Bekenntnis von mir zu bekennen verlangt« — dass die Schrift »durch und durch göttlicher Urheberschaft« ist.

Warfield schrieb ausführlich über die Westminster-Lehre von der Schrift in seinem Aufsatz The Making of the Westminster Confession und zeigte darin, dass die Theologen von Westminster keine neue Lehre schufen, sondern den Glauben bekannten, der seit den Aposteln festgehalten wurde. ^[raw/en/wcf-ch01-s01.md]

Zum Kanon

Warfield betonte nachdrücklich, dass es bei der Kanonfrage nicht darum geht, ob die Apokryphen in einem vagen Sinne »inspiriert« seien, sondern ob sie das Merkmal göttlicher Urheberschaft tragen. Die Schlussermahnung von Offenbarung 22,18-19 nennt er »eine feurige Mauer rings um« die vollendete Heilige Schrift. ^[raw/en/wcf-ch01-s03.md]

Zum Vorherwissen und Ratschluss

Warfield verteidigte die reformierte Lehre der Prädestination gegen den sozinianischen Einwand, dass Vorherwissen mit menschlicher Freiheit unvereinbar sei. Er bestand darauf, dass Gottes Wissen kein passives Empfangen, sondern aktives, schöpferisches Wissen ist, das die Wirklichkeit, die es erkennt, selbst begründet: »Gott weiß die Dinge, weil Er sie bestimmt hat; sie geschehen nicht, und Er weiß dann, sondern Er weiß, und darum geschehen sie.« ^[raw/en/wcf-ch03-s02.md]

Zum Ratschluss Gottes schrieb Warfield, dass der moderne Geist diese Lehre als besonders anstößig empfindet, da sie die Wurzel menschlicher Autonomie trifft. Doch dieser Anstoß, so bestand er, ist der Anstoß des Evangeliums selbst: »Der Mensch, der niemals das zermalmende Gewicht des göttlichen Ratschlusses gespürt hat, hat niemals das ABC wahrer Religion gelernt.« ^[raw/en/wcf-ch03-s01.md]

Zur sich selbst auslegenden Natur der Schrift

Warfield argumentierte, dass die Klarheit der Schrift (WCF 1.7) nicht absolut, sondern bedingt ist — »verwirklicht, wenn der Leser mit der ganzen Schrift vor Augen an den Text herantritt und die Teile vom Ganzen her auslegt.« Abschnitt 9 von Kapitel 1 ist die notwendige Ergänzung zu Abschnitt 7. ^[raw/en/wcf-ch01-s09.md]

Vermächtnis

Warfields Verteidigung der biblischen Inspiration lieferte den intellektuellen Rahmen, der den amerikanischen Evangelikalismus durch die modernistischen Auseinandersetzungen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts trug. Seine gesammelten Werke füllen zehn Bände und decken nahezu jedes Gebiet der theologischen Forschung ab. Er ist einer der bedeutendsten amerikanischen Theologen der reformation-principles|reformierten Tradition.

Hauptschriften

Siehe auch

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