Hugh Martin war ein schottischer Theologe des neunzehnten Jahrhunderts, der über die Westminster-Lehre von der Heiligen Schrift schrieb. Er ist vor allem für sein Argument bekannt, dass die Formulierung des Bekenntnisses — dass Gott »dieselbe gänzlich hat in Schriften verfassen lassen« — bedeutet, dass Gott selbst der göttliche Urheber der Schrift ist. ^[raw/en/wcf-ch01-s01.md]
Martin diente als Pastor in der Free Church of Scotland und als Theologe, der mit Strenge und Wärme schrieb. Er ist vor allem für seine Beiträge zur Schriftlehre und für sein Werk The Westminster Doctrine of Holy Scripture in Erinnerung geblieben.
Martins bedeutendster Beitrag ist sein Beharren auf dem, was er »göttliche Urheberschaft durch die Vermittlung menschlicher Urheberschaft — das fordert Inspiration; das ist es, was Inspiration bewirkt« nannte. Er stellt die Sprache des Westminster-Bekenntnisses der verwässerten Sprache des »College Committee« gegenüber, das lediglich sagte, die Offenbarung sei »zu Papier gebracht« worden, ohne anzugeben, von wem. ^[raw/en/wcf-ch01-s01.md]
Martin erklärt:
»Der Gott des Himmels ist als Urheber hervorgetreten, und das Alte und Neue Testament sind die vollständige Ausgabe seiner veröffentlichten Werke.«
Er besteht darauf, dass dies die einfachste und vollste Bedeutung des Begriffs ist: Die Bibel ist »das geschriebene Wort Gottes — von göttlicher Urheberschaft, durch und durch.« Das bedeutet: Wenn du die Bibel liest, liest du Gottes eigene Worte, nicht bloß einen menschlichen Bericht über göttliche Taten. ^[raw/en/wcf-ch01-s01.md]
Martin entwickelte das, was er »den lebendigen Blitz der Identifikation« zwischen dem geschriebenen Wort und der Stimme des lebendigen Gottes nannte. Dies ist seine Beschreibung des inneren Zeugnisses des Heiligen Geistes — jener Augenblick, in dem ein Gläubiger beim Lesen der Schrift sie nicht bloß als wahr erkennt, sondern als das Wort Gottes selbst, das zu seiner Seele spricht. ^[raw/en/wcf-ch01-s05.md]
Er führt aus, dass die Thessalonicher in 1. Thessalonicher 2,13 diesen »lebendigen Blitz« erfuhren — sie nahmen die Predigt des Paulus nicht als bloßes Menschenwort auf, sondern als das, was sie in Wahrheit ist, als Gottes Wort. ^[raw/en/wcf-ch01-s05.md]
Martin denkt tief über 2. Petrus 1,19 nach, wo Petrus erklärt, dass die Gläubigen »ein umso festeres prophetisches Wort« haben — fester noch als die eigene Erfahrung des Petrus bei der Verklärung. Das geschriebene Wort, so Martin, ist »fester«, weil es ein von Gott verfasster Bericht ist, nicht eine flüchtige Erfahrung. Das griechische Wort bebaioteron bedeutet »fester, gewisser«. ^[raw/en/wcf-ch01-s05.md]
Martins Werk beeinflusste direkt bb-warfield|B.B. Warfield, der Martin in seinen eigenen Schriften über Inspiration und die Westminster-Standards zustimmend zitiert. Warfield nennt Martins Einsicht in die göttliche Urheberschaft »die feurige Mauer ringsum« um das Wort, die es davor schützt, auf einen bloß menschlichen Bericht herabgestuft zu werden. ^[raw/en/wcf-ch01-s04.md]