Andacht 12 von 171

Von Gott und der heiligen Dreieinigkeit: Der dreieinige Gott

Kap.2: Von Gott und der heiligen Dreieinigkeit — Abschnitt 2 • 2026-05-18 • 33 Min.

Das Bekenntnis

In der Einheit der Gottheit gibt es drei Personen von einem Wesen, von gleicher Macht und Ewigkeit: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der Vater ist von niemandem, weder gezeugt noch hervorgehend; der Sohn ist ewig vom Vater gezeugt; der Heilige Geist geht ewig vom Vater und vom Sohn aus.
– Westminster Bekenntnis, Kapitel 2, Abschnitt 2

Einleitung

Lieber Hörer, es gibt Wahrheiten, die der menschliche Verstand nicht von sich aus finden kann. Kein Philosoph der Antike, kein Weiser des Ostens, kein Denker irgendeiner Kultur ist je auf den Gedanken gekommen, dass der eine Gott in drei Personen existiert. Die Dreieinigkeit ist nicht das Ergebnis menschlichen Nachdenkens über das Göttliche. Sie ist die Antwort auf eine Frage, die der Mensch sich niemals selbst gestellt hätte. Sie ist Enthüllung, nicht Entdeckung, Offenbarung, nicht Spekulation. Und gerade darin liegt ihre Grösse. Wir haben im ersten Abschnitt betrachtet, wer Gott in seinem Wesen und seinen Eigenschaften ist: der eine, lebendige und wahrhaftige Gott, unendlich, ewig, unveränderlich, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge. Doch die Schrift lässt uns nicht bei dieser allgemeinen Erkenntnis stehen. Sie führt uns tiefer. Sie öffnet eine Tür in das innere Leben Gottes selbst. Sie zeigt uns, dass der eine Gott nicht einsam ist. Dass in der Einheit des göttlichen Wesens eine Gemeinschaft von Personen existiert, eine Fülle des Lebens, die keines Gegenübers ausserhalb ihrer selbst bedarf, um vollkommen und selig zu sein. Die frühe Kirche hat für diese Wahrheit gerungen wie für keine zweite. Auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 stand der junge Diakon Athanasius gegen eine Übermacht von Bischöfen, die den Sohn Gottes zu einem Geschöpf machen wollten. Er verteidigte die wesenhafte Gottheit Christi mit einem einzigen griechischen Buchstaben: homoousios, wesensgleich mit dem Vater. Ein Jota entschied über die Frage, ob Christen einen Erlöser anbeten, der selbst Gott ist, oder ob sie einem blossen Geschöpf die Ehre geben, die allein dem Schöpfer zusteht. Die Kirche bekannte sich zu Athanasius und verwarf Arius. Das athanasianische Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten, die das Herz der christlichen Gotteserkenntnis in sich tragen: «Wer da will selig werden, der muss vor allen Dingen den rechten christlichen Glauben haben. Wer diesen nicht rein und unverletzt bewahrt, der wird ohne Zweifel ewig verloren sein. Das aber ist der rechte christliche Glaube, dass wir den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit anbeten.» Keine andere Lehre des christlichen Glaubens ist so unbegreiflich und zugleich so unverzichtbar. Wer die Dreieinigkeit ablehnt, lehnt das Christentum selbst ab. Kein anderer Gott hat einen Sohn, der von Ewigkeit her bei ihm war, Mensch wurde, am Kreuz starb und auferstand. Kein anderer Gott sendet seinen Geist, um Sünder zu erneuern und in alle Wahrheit zu leiten. Der dreieinige Gott allein ist der Gott des Heils. Ihn zu erkennen heisst, in der Anbetung zu wachsen, denn die Dreieinigkeit lässt sich nicht sezieren wie ein Lehrsatz. Sie will angebetet sein. Die Schweizer Reformatoren wussten um diese Mitte des Glaubens. Zwingli, Bullinger, Calvin, Beza und Viret verteidigten die Dreieinigkeit als das Fundament, ohne das kein anderer Glaubensartikel bestehen kann. Sie wussten: Wer hier irrt, irrt überall. Diese Andacht will kein erschöpfendes Lehrstück über die Dreieinigkeit bieten. Sie will dich an die Quellen führen, aus denen die Kirche seit zwei Jahrtausenden schöpft, und dich einladen, vor dem Geheimnis still zu werden, das grösser ist als dein Verstand und dein Herz zugleich erfüllt.

Die biblischen Grundlagen

Das Westminster Bekenntnis formuliert die Trinitätslehre nicht als philosophische Konstruktion, sondern als Zusammenfassung dessen, was die Heilige Schrift über den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist lehrt. Wir müssen darum die Schrift selbst befragen und auf das hören, was Gott in ihr über sich selbst bezeugt. Die Lehre von der Dreieinigkeit steht nirgends in einem einzigen Vers zusammengefasst. Sie ergibt sich aus dem Gesamtzeugnis beider Testamente, wie die Morgensonne nicht aus einem einzigen Strahl besteht, sondern aus der Fülle des Lichts, das von Osten her aufsteigt. Der Anfang des Alten Testaments enthält bereits einen verborgenen Hinweis auf die Mehrheit in der Einheit Gottes. Im ersten Buch Mose spricht Gott vor der Erschaffung des Menschen: «Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.» Wen meint der eine Gott mit diesem «uns»? Die Väter der alten Kirche sahen darin einen ersten Hinweis auf die Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes im Werk der Schöpfung. Sie lasen nicht zu viel hinein. Sie lasen mit den Augen des Glaubens, der das Alte Testament von Christus her versteht. Das «uns» von 1. Mose weist voraus auf das «Wort», das nach Johannes 1 «im Anfang bei Gott war», und auf den «Geist Gottes», der nach 1. Mose 1 «über den Wassern schwebte». Der Vater schafft durch den Sohn im Heiligen Geist. Die drei Personen wirken gemeinsam, doch jede auf ihre eigene Weise. Der Prophet Jesaja sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und Serafim riefen einander zu: «Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth.» Dreimal das «Heilig». Die frühe Kirche hörte in diesem dreifachen Ruf einen verborgenen Hinweis auf die Dreieinigkeit. Der Vater ist heilig. Der Sohn ist heilig. Der Geist ist heilig. Und diese drei sind der eine heilige Gott. Das volle Licht der Dreieinigkeit bricht jedoch erst im Neuen Testament an. Am sichtbarsten dort, wo der Herr Jesus selbst seinen Jüngern den Missionsbefehl gibt: «Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.» Jedes Wort in diesem Satz ist von Gewicht. Jesus spricht von dem einen Namen, in den getauft wird. Nicht in die Namen, als wären Vater, Sohn und Geist drei Götter. Sondern in den einen Namen, die eine göttliche Wirklichkeit, der die Täuflinge übereignet werden. Zugleich unterscheidet er die drei Personen, die diesen einen Namen tragen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. In der Taufe wird der Gläubige in die Gemeinschaft mit jeder der drei göttlichen Personen hineingenommen. Er gehört dem Vater, der ihn erwählt hat. Er gehört dem Sohn, der ihn erlöst hat. Er gehört dem Heiligen Geist, der ihn erneuert und heiligt. Die Taufe ist das Siegel der Dreieinigkeit auf dem Leben des Christen. Der Apostel Paulus schliesst seinen zweiten Brief an die Korinther mit einem Segenswunsch, der zu den meistgesprochenen Worten der gesamten Christenheit gehört: «Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!» Paulus stellt die drei Personen nicht als gleichgültige Liste nebeneinander. Er ordnet jeder eine besondere Gabe zu, die aus ihrem Verhältnis zum Erlösungswerk fliesst. Vom Sohn kommt die Gnade, denn er hat sich für uns dahingegeben. Vom Vater kommt die Liebe, denn er hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn sandte. Vom Heiligen Geist kommt die Gemeinschaft, denn er verbindet die Glaubenden mit Christus und untereinander. Die Gaben sind unterschieden, die Geber sind unterschieden, aber alle drei sind der eine Gott, der das Heil wirkt. Paulus betet nicht zu drei Göttern. Er preist den dreieinigen Gott, der sich in der Erlösung als Vater, Sohn und Geist offenbart hat. Das tiefste Zeugnis über die Gottheit Christi gibt uns der Apostel Johannes: «Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.» Das Wort war im Anfang, bevor irgendetwas geschaffen wurde. Das Wort war bei Gott. Das griechische pros ton theon bezeichnet eine lebendige Gemeinschaft, ein Gegenüber von Angesicht zu Angesicht. Und dann die höchste Aussage: Gott war das Wort. Nicht «göttlich», nicht «ein Gott», sondern Gott seinem Wesen nach. Der Vater ist Gott. Das Wort ist Gott. Und doch sind sie nicht zwei Götter, denn das Wort war bei Gott und zugleich Gott selbst. Hier leuchtet das Geheimnis der Dreieinigkeit auf. Christus selbst bestätigt dieses Zeugnis mit einer Aussage, deren Kühnheit seinen jüdischen Hörern den Atem verschlug: «Ich und der Vater sind eins.» Er sagt nicht: Ich und der Vater sind eine Person. Er sagt: eins. Das griechische hen ist sächlich, nicht männlich. Es bezeichnet die Einheit des Wesens, nicht der Person. Der Vater und der Sohn sind voneinander unterschieden, der Vater ist nicht der Sohn, der Sohn ist nicht der Vater, und doch sind sie eins im göttlichen Wesen. Die Juden verstanden sofort, was Jesus meinte. Sie hoben Steine auf, um ihn zu steinigen, und erklärten: «Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du, der du ein Mensch bist, machst dich selbst zu Gott.» Sie hatten recht verstanden, was Jesus sagte. Sie lehnten es nur ab. Dass auch der Heilige Geist wahrhaft Gott ist, lehrt die Schrift mit derselben Klarheit, obwohl sie dafür nicht den Begriff «Gott» im selben Sinn verwendet wie für den Vater und den Sohn. Die Gottheit des Geistes zeigt sich in seinen Werken und Eigenschaften. Als Hananias in der Jerusalemer Gemeinde einen Teil des Verkaufserlöses zurückbehielt und dennoch vorgab, den ganzen Betrag abgegeben zu haben, sprach Petrus: «Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld des Ackers zurückbehalten hast?» Und dann, nachdem er das Gericht über Hananias ausgesprochen hatte, fügte er hinzu: «Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.» Den Heiligen Geist belügen heisst Gott belügen. Petrus setzt den Heiligen Geist mit Gott gleich. Der Geist ist nicht eine unpersönliche Kraft, nicht eine blosse Wirkung Gottes in der Welt. Er ist Gott selbst, dem man gehorchen oder widerstehen, den man belügen oder betrüben kann. Jesus verheisst den Geist als den anderen Tröster: «Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch bleibe in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann.» Das griechische parakletos meint den Beistand, den Fürsprecher. Jesus nennt den Geist «einen anderen Tröster» und verwendet das Wort allos, einen anderen von derselben Art. Der Geist ist nicht weniger göttlich als der Sohn. Der Vater sendet den Geist im Namen des Sohnes. Alle drei Personen wirken zusammen, jede in ihrer Rolle, und doch unzertrennlich vereint im Werk der Erlösung. Die drei Personen werden in der Schrift klar unterschieden, aber nie voneinander getrennt. Der Vater ist nicht der Sohn. Der Sohn spricht: «Vater, verherrliche mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.» Hätte ein blosses Geschöpf so beten können? Der Sohn war beim Vater, ehe die Welt war, und teilte seine Herrlichkeit. Er kam nicht ins Dasein, als er in Bethlehem geboren wurde. Er kam in die Welt, die durch ihn gemacht war. Die ewige Gemeinschaft des Sohnes mit dem Vater ist der Grund der Sendung: «Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.» Und der Geist geht vom Vater und vom Sohn aus, wie Jesus bezeugt: «Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.» Die biblischen Grundlagen sind damit gelegt. Der eine Gott existiert in drei Personen. Jede ist wahrhaft Gott, keine ist die andere, und doch sind die drei nicht drei Götter, sondern der eine, lebendige und wahrhaftige Gott. Die Schrift lehrt dies von der ersten bis zur letzten Seite, nicht als ausgearbeitetes Dogma, sondern als lebendige Wirklichkeit, in die der Gläubige durch die Taufe hineingenommen wird, in der er betet, glaubt und lebt.

Was die Westminster-Väter meinten

Die Männer der Westminster-Synode kannten die Kämpfe der alten Kirche aus den Quellen. Sie hatten die Schriften des Athanasius studiert, die Konzilsakten von Nicäa und Konstantinopel gelesen und die Irrlehren verfolgt, die von Arius über Sabellius bis zu Servet die Kirche bedrängt hatten. Als sie im Jahr 1646 die Lehre von der Dreieinigkeit formulierten, schrieben sie mit chirurgischer Präzision. Jedes Wort sitzt. Jeder Satz trifft eine Häresie. Hinter der scheinbar schlichten Formulierung steht eine Schlachtordnung, die über tausend Jahre theologischer Auseinandersetzung in wenigen Zeilen bündelt. Die erste Front, gegen die das Bekenntnis sich richtet, ist der Arianismus. Arius, ein Presbyter aus Alexandria, hatte zu Beginn des vierten Jahrhunderts gelehrt, der Sohn sei ein Geschöpf, wenn auch das höchste und erste aller Geschöpfe. Es habe eine Zeit gegeben, in der der Sohn nicht war. Der Sohn sei dem Vater nicht wesensgleich, sondern nur ähnlich. Gegen diese Irrlehre bekannte das Konzil von Nicäa, dass der Sohn «Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater» ist. Die Westminster-Väter nehmen dieses Bekenntnis auf und fassen es in die Worte: «In der Einheit der Gottheit gibt es drei Personen von einem Wesen, von gleicher Macht und Ewigkeit.» Die drei Personen teilen dasselbe göttliche Wesen. Sie sind wesensgleich, homousios. Was der Vater ist, das ist der Sohn, das ist der Geist. Kein Rangunterschied im Wesen. Kein Mehr und Weniger an Gottheit. Der Sohn ist nicht weniger göttlich als der Vater. Der Geist ist nicht weniger göttlich als der Sohn. Jede Person besitzt die ganze Fülle der Gottheit. Die zweite Front ist der Sabellianismus, benannt nach Sabellius, der im dritten Jahrhundert in Rom lehrte. Sabellius bestritt nicht die Gottheit Christi oder des Geistes, aber er leugnete die reale Unterschiedenheit der Personen. Für ihn waren Vater, Sohn und Geist nur verschiedene Erscheinungsweisen des einen Gottes. Gegen diese Lehre betont das Westminster Bekenntnis die realen Beziehungen der Personen: «Der Vater ist von niemandem, weder gezeugt noch hervorgehend.» Der Vater ist der Ursprung, die Quelle der Gottheit. «Der Sohn ist ewig vom Vater gezeugt.» Nicht geschaffen, nicht zeitlich hervorgebracht, sondern ewig gezeugt. Wie die Sonne nie ohne ihr Licht ist, so ist der Vater nie ohne den Sohn. «Der Heilige Geist geht ewig vom Vater und vom Sohn aus.» Der Geist empfängt sein Wesen vom Vater und vom Sohn in einem einzigen ewigen Hervorgang. Dieses filioque war der dogmatische Grund der Trennung zwischen Ost- und Westkirche. Die Westminster-Väter stehen bewusst in der Tradition Augustins, der die Lehre vom doppelten Ausgang des Geistes gegen die östliche Theologie verteidigt hatte. Die dritte Front, gegen die das Bekenntnis sich richtet, ist der Sozinianismus, der im siebzehnten Jahrhundert in England, Polen und den Niederlanden starken Einfluss hatte. Die Sozinianer leugneten die Dreieinigkeit vollständig. Für sie war Christus ein blosser Mensch, wenn auch ein von Gott besonders begabter, und der Heilige Geist war eine unpersönliche Kraft Gottes. Die Sozinianer beriefen sich auf die Vernunft und erklärten die Trinitätslehre für widersprüchlich und unbiblisch. Die Westminster-Väter antworten, indem sie die biblische Sprache verwenden und keine philosophischen Begriffe einführen, die nicht aus der Schrift selbst abgeleitet sind. Sie sagen nicht «Trinität», sondern «drei Personen». Sie sagen nicht «Homousie», sondern «von einem Wesen». Sie sagen nicht «Subsistenz» oder «Hypostase», sondern bleiben so nahe wie möglich an der Sprache der Bibel. Und doch sind ihre Formulierungen so präzise, dass jeder Sozinianer ihnen widersprechen muss und damit zeigt, dass er nicht auf dem Boden der Schrift steht. Das Bekenntnis schliesst mit der Frage nach den ewigen Ursprungsbeziehungen. «Der Vater ist von niemandem... Der Sohn ist ewig vom Vater gezeugt... Der Heilige Geist geht ewig vom Vater und vom Sohn aus.» Mit diesen drei Aussagen ist alles gesagt, was die Schrift über die innertrinitarischen Beziehungen offenbart. Die Väter verzichten auf jede Spekulation jenseits der Offenbarung. Sie fragen nicht, wie die ewige Zeugung vor sich geht. Sie fragen nicht, worin der Ausgang des Geistes von der Zeugung des Sohnes unterschieden ist. Sie sagen nur, was die Schrift sagt, in Begriffen, die die Kirche im Lauf der Jahrhunderte als die genaueste Wiedergabe der biblischen Lehre erkannt hat. Das ist reformierte Theologie in ihrer reinsten Form: demütig vor dem Geheimnis, unerschütterlich in dem, was offenbart ist, und bereit, dort zu schweigen, wo die Schrift schweigt.

Theologische Tiefe

Die Kirche hat zwei Jahrtausende über das Geheimnis der Dreieinigkeit nachgedacht. Aus diesem Schatz heben wir fünf Stimmen, die uns helfen, die Tiefe des Bekenntnisses zu erfassen und ins Herz dringen zu lassen. Athanasius, der grosse Verteidiger des Nicänums, stand vor der Aufgabe, gegen die verführerische Logik des Arius die biblische Wahrheit festzuhalten. Arius hatte mit einem einfachen Syllogismus gearbeitet: Der Vater ist ungezeugt. Der Sohn ist gezeugt. Also ist der Sohn nicht der Vater und darum nicht Gott. Athanasius durchschlug diesen Irrtum mit der Unterscheidung zwischen dem Wesen Gottes und den persönlichen Eigentümlichkeiten. Das Gezeugtsein des Sohnes betrifft nicht sein göttliches Wesen, sondern seine personale Beziehung zum Vater. Der Sohn ist ebenso Gott wie der Vater, aber er ist Gott auf eine andere Weise: als der vom Vater Gezeugte. Athanasius prägte die entscheidende Formel: Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott. Aber es sind nicht drei Götter, sondern ein Gott. Drei Personen, ein Wesen. Für Athanasius hing an dieser Unterscheidung das ganze Heil. Wäre der Sohn ein Geschöpf, könnte kein Geschöpf den Schöpfer mit sich versöhnen. Nur Gott selbst kann die Kluft zwischen Gott und dem gefallenen Menschen überbrücken. «Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde», schrieb Athanasius. Er meinte damit nicht, dass der Mensch in das göttliche Wesen aufginge, sondern dass der Mensch Anteil an der göttlichen Natur empfängt, Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott hat und in diese Gemeinschaft umgestaltet wird. Die Gottheit Christi ist die Bedingung der Erlösung. Augustinus, der Bischof von Hippo, widmete fünfzehn Bücher dem Geheimnis der Dreieinigkeit. Sein Werk De Trinitate ist das Fundament, auf dem die gesamte abendländische Theologie gebaut hat. Augustinus beginnt nicht mit abstrakten Begriffen, sondern mit der Heiligen Schrift. Er liest sie durch und sammelt alle Aussagen über den Vater, den Sohn und den Geist. Aus dieser Fülle destilliert er die Regel: Die Schrift unterscheidet die Personen dort, wo sie von den Beziehungen zwischen ihnen spricht. Der Vater sendet den Sohn, der Sohn betet zum Vater, der Geist geht vom Vater und vom Sohn aus. Wo die Schrift aber vom Wesen Gottes spricht, von seiner Ewigkeit, Allmacht, Heiligkeit, da nennt sie Vater, Sohn und Geist ohne Unterschied, weil sie das eine göttliche Wesen teilen. Augustins Leitsatz lautet: Die Werke der Dreieinigkeit nach aussen sind ungeteilt. Wenn Gott die Welt schafft, schaffen Vater, Sohn und Geist gemeinsam. Wenn Gott den Sünder rechtfertigt, rechtfertigen Vater, Sohn und Geist gemeinsam. Die Personalität zeigt sich in den innergöttlichen Beziehungen, nicht in unterschiedlichen Wirkungsbereichen. Dieser Grundsatz bewahrt davor, den Vater als den Gott der Schöpfung, den Sohn als den Gott der Erlösung und den Geist als den Gott der Heiligung auseinanderzureissen. Der ganze dreieinige Gott wirkt das ganze Heil. Die Unterscheidung der Personen ist nicht eine Aufteilung der Arbeit, sondern eine Unterscheidung in der Weise des göttlichen Wirkens. Johannes Calvin stellt die Lehre von der Dreieinigkeit im dreizehnten Kapitel des ersten Buches seiner Institutio dar und tut es mit der für ihn kennzeichnenden Mischung aus dogmatischer Strenge und seelsorgerlicher Wärme. Er beginnt mit der Feststellung, dass die Schrift klare Anhaltspunkte für die Gottheit Christi und des Geistes gibt, dass aber die Begriffe «Person» und «Trinität» Hilfsbegriffe sind, die die Kirche rechtmässig gebildet hat, um Irrlehren abzuwehren. Calvin verteidigt die ausserbiblischen Begriffe gegen den Vorwurf, sie seien menschliche Erfindungen. Die Kirche, so Calvin, hat nicht das Recht, neue Lehren zu erfinden, aber sie hat die Pflicht, die biblische Lehre so klar auszudrücken, dass Irrlehrer blossgestellt werden. Das Wort Trinität steht nicht in der Bibel, aber es drückt aus, was in der Bibel steht. Calvin geht dann die wichtigsten christologischen und pneumatologischen Schriftstellen durch und zeigt, dass sie die Gottheit des Sohnes und des Geistes mit derselben Klarheit lehren wie die Gottheit des Vaters. Besonders eindrücklich ist Calvins Behandlung der Selbstaussagen Jesu im Johannesevangelium. Jesus sagt: «Ehe Abraham wurde, bin ich.» Calvin zeigt, dass das «Ich bin» Jesu nichts anderes ist als der Gottesname aus 2. Mose 3. Jesus beansprucht das göttliche Sein für sich. Er ist der «Ich bin», der zu Mose aus dem Dornbusch sprach. Wer dies leugnet, leugnet den Herrn selbst. Heinrich Bullinger, der Zürcher Antistes, entfaltete die Trinitätslehre in seinen Dekaden, jenen fünfzig Lehrpredigten, die in ganz Europa gelesen und in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Bullinger geht den heilsgeschichtlichen Weg. Er zeigt, wie der dreieinige Gott sich im Lauf der Heilsgeschichte fortschreitend offenbart hat. Im Alten Bund war die Dreieinigkeit verborgen, angedeutet in der Mehrzahlformel «Lasset uns», im dreifachen Heilig der Serafim, im Geist, der über den Wassern schwebte, und im «Engel des Herrn», der dennoch Gott genannt wird. Im Neuen Bund enthüllt sich die Dreieinigkeit in der Menschwerdung des Sohnes und der Ausgiessung des Geistes. Und in der Ewigkeit wird die Dreieinigkeit geschaut werden, wenn wir Gott sehen werden, wie er ist, und eintauchen in die Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Bullingers besonderes Anliegen ist der Zusammenhang zwischen Trinitätslehre und Gottesdienst. Die Gemeinde betet zum Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Jedes Gebet ist trinitarisch, ob der Beter sich dessen bewusst ist oder nicht. Die Taufe wird auf den dreieinen Namen vollzogen. Der Segen wird im Namen der drei Personen gesprochen. Bullinger will seine Hörer dazu erziehen, nicht einfach an Gott zu glauben, sondern bewusst an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zu glauben, wie sie in der Schrift bezeugt und im Bekenntnis bekannt werden. Benjamin Breckinridge Warfield, der grosse Princetoner Theologe, hat die reformierte Trinitätslehre gegen die Angriffe des neunzehnten Jahrhunderts verteidigt. Er zeigt, dass die Dreieinigkeit keine späte dogmatische Entwicklung ist, sondern von Anfang an in der apostolischen Verkündigung gegenwärtig war. Paulus eröffnet fast jeden Brief mit einer trinitarischen Grussformel. Johannes stellt den Sohn als das ewige Wort vor und verheisst den Geist als den Tröster. Petrus predigt am Pfingsttag vom Vater, der den Sohn auferweckt und den Geist ausgegossen hat. Die Dreieinigkeit, so Warfield, ist die selbstverständliche Voraussetzung der gesamten apostolischen Theologie. Wer das Neue Testament liest und die Dreieinigkeit nicht findet, liest es mit verschlossenen Augen.

Anwendung für das reformierte Leben

Die Lehre von der Dreieinigkeit mag auf den ersten Blick wie eine trockene Formel erscheinen, die man im Konfirmandenunterricht auswendig lernt und im Alltag vergisst. Doch das Gegenteil ist wahr. Keine Lehre prägt das geistliche Leben so tief wie die Erkenntnis des dreieinigen Gottes. Aus der Fülle der Anwendungen heben wir fünf hervor, die für den Alltag des Glaubens entscheidend sind. Erstens: Bete zum Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Die Dreieinigkeit ist keine abstrakte Lehre, sie ist die Grammatik des Gebets. Wenn du betest, sprichst du nicht zu einem unbestimmten göttlichen Wesen. Du sprichst zum Vater, der dich in Christus als sein Kind angenommen hat. Du betest im Namen Jesu, des Sohnes, der der Weg zum Vater ist. Niemand kommt zum Vater als durch ihn. Und du betest in der Kraft des Heiligen Geistes, der deine schwachen Seufzer vor den Thron der Gnade trägt und für dich eintritt mit unaussprechlichem Seufzen, wenn du selbst keine Worte findest. Jedes Gebet, das nicht trinitarisch ist, verfehlt den Gott der Bibel. Der Muslim betet zu einem einsamen Gott. Der Jude betet zum Vater, aber nicht durch den Sohn. Der Deist betet zu einem fernen Uhrmacher. Der Christ allein betet zum Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Das ist kein theologisches Spezialwissen. Es ist die Praxis des Gebets, die der Herr selbst seine Jünger gelehrt hat. Mache es dir zur Gewohnheit, vor jedem Gebet innezuhalten und dich bewusst an die drei Personen zu wenden: Vater, ich komme zu dir. Sohn, ich komme durch dich. Heiliger Geist, ich komme in deiner Kraft. Zweitens: Lebe aus der Gemeinschaft mit jeder Person der Gottheit. Die Schrift spricht dem Gläubigen eine besondere Beziehung zu jeder der drei göttlichen Personen zu. Der Vater hat dich vor Grundlegung der Welt erwählt. Nicht weil du besser warst als andere, sondern weil es ihm gefiel, dich in Christus zu seinem Kind zu machen. Er sorgt für dich wie ein Vater für sein Kind. Er züchtigt dich, weil er dich liebt. Er weiss, was du brauchst, ehe du ihn bittest. Der Sohn hat dich erlöst. Er hat deine Schuld bezahlt. Er hat den Fluch des Gesetzes für dich getragen. Er steht jetzt zur Rechten des Vaters und vertritt dich. Wenn der Ankläger deine Sünden vor Gott bringt, zeigt der Sohn seine Wundmale. Du bist in ihm gerechtfertigt, geheiligt, angenommen. Der Heilige Geist wohnt in dir. Er hat dich wiedergeboren, als du tot warst in deinen Sünden. Er erneuert täglich den neuen Menschen in dir. Er tröstet dich, lehrt dich, leitet dich, überführt dich der Sünde und treibt dich zu Christus. Diese dreifache Beziehung ist kein Luxus für theologische Fortgeschrittene. Sie ist der Herzschlag des geistlichen Lebens. Frage dich täglich: Lebe ich aus der Erwählung des Vaters, der Erlösung des Sohnes und der Erneuerung des Geistes? Oder habe ich aus der Fülle ein blosses Gottesbild gemacht, eine unpersönliche Gottheit, die weder Vater noch Sohn noch Geist ist? Drittens: Halte fest an der vollen Gottheit Christi gegen alle zeitgenössischen Verkürzungen. Der Arianismus lebt in jeder Theologie, die Jesus zu einem grossen Lehrer oder moralischen Vorbild macht, aber ihm die göttliche Natur abspricht. Sie verehren Jesus, aber sie beten ihn nicht an. Gegen diese Verharmlosung musst du wissen, warum die Kirche in Nicäa das homoousios in das Glaubensbekenntnis schrieb. Wenn Jesus nicht Gott ist, bist du nicht erlöst. Nur Gott selbst kann für die Sünde der Welt genugtun. Kein Geschöpf kann die unendliche Schuld tilgen, die du vor Gott angehäuft hast. Nur Gott kann den Zorn Gottes stillen, den Tod besiegen, sich selbst zum Opfer bringen und wieder auferstehen. Deine ganze Hoffnung hängt daran, dass das Kindlein in der Krippe der Allmächtige war, dass der Mann am Kreuz der Schöpfer des Alls und dass der Auferstandene der Richter der Welt ist. Viertens: Gib dich demütig in das Geheimnis der Dreieinigkeit hinein und widerstehe der Versuchung, Gott auf dein Verstehen zu verkleinern. Der menschliche Verstand will alles begreifen. Was er nicht verstehen kann, lehnt er ab oder verbiegt er, bis es in seine engen Kategorien passt. Die Dreieinigkeit widersteht dieser Vergewaltigung. Sie ist und bleibt Geheimnis. Wie drei Personen ein Wesen sein können, ohne ihre personale Unterschiedenheit zu verlieren, können wir nicht erklären. Jedes Gleichnis hinkt. Das Wasser, das als Eis, Flüssigkeit und Dampf erscheint, ist modalistisch, weil dasselbe Wasser nicht gleichzeitig in allen drei Zuständen sein kann. Der dreiblättrige Klee ist unzureichend, weil jedes Blatt nur ein Drittel des Klees ist, während jede Person der Gottheit die ganze Fülle des göttlichen Wesens besitzt. Die menschliche Familie bleibt hinter dem Geheimnis zurück, weil Vater, Mutter und Kind drei getrennte Wesen sind. Kein Gleichnis der Welt kann die Dreieinigkeit fassen. Das ist kein Mangel der Lehre, sondern ihre Grösse. Ein Gott, der in deinen Kopf passte, wäre nicht der Gott der Bibel. Vor dem Geheimnis der Dreieinigkeit wird dein Verstand in die Knie gezwungen. Und das ist gut so. Der Glaube beginnt dort, wo das Begreifen endet. Nicht als irrationaler Sprung ins Dunkel, sondern als vertrauende Annahme dessen, was Gott selbst über sich geoffenbart hat. «Das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit», sagt Calvin, «ist eine Tiefe, in die wir andächtig hinabschauen, nicht ein Problem, das wir mit unserm Scharfsinn lösen könnten.» Fünftens: Lebe in der Gemeinschaft der Kirche, die den dreieinigen Gott anbetet. Der Glaube an die Dreieinigkeit trennt die christliche Gemeinde von allen anderen Religionen. Die Kirche ist der Ort auf Erden, an dem der dreieinige Name bekannt, gepriesen und angerufen wird. Was für ein Vorrecht, zu dieser Gemeinschaft zu gehören. Jeden Sonntag, wenn die Gemeinde sich versammelt, erklingt der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Am Taufstein wird ein Mensch in diesen dreieinen Namen hineingetauft. Vom Tisch des Herrn empfängt die Gemeinde die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi in der Kraft des Geistes zur Ehre des Vaters. Im Segen wird der dreifache Name über die Gemeinde gesprochen. Diesen Reichtum teilst du mit allen wahren Christen überall auf der Welt, mit der Kirche aller Zeiten, mit den Vätern von Nicäa und Westminster, mit Calvin und Bullinger, mit Zwingli und Viret, mit den Millionen unbekannter Gläubiger, die in diesem Glauben gelebt haben und gestorben sind. Du bist nicht allein. Du gehörst zur Gemeinschaft derer, die den dreieinigen Gott kennen und anbeten.

Gebet

Herr, unser Gott, wir preisen dich, den einen Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Vor deinem Geheimnis verstummen unsere klugen Worte. Kein Verstand der Welt kann ergründen, wie du einer bist und doch drei. Und doch hast du dich uns geoffenbart. Du hast uns deinen Namen kundgetan und uns in deine Gemeinschaft hineingenommen. Dafür danken wir dir. Vater, du hast uns vor Grundlegung der Welt erwählt. Du hast uns zu deinen Kindern gemacht, obwohl wir Rebellen waren. Du hast deinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern für uns alle dahingegeben. Lehre uns, dir als Kinder zu vertrauen, nicht wie Sklaven, die sich fürchten, sondern wie Söhne und Töchter, die den Vater lieben. Sohn, du ewiges Wort, das Fleisch wurde. Du hast unsere Schuld getragen, unseren Fluch erduldet, unseren Tod gestorben. Du bist auferstanden zu unserer Rechtfertigung und sitzest zur Rechten des Vaters, um uns zu vertreten. Lass uns nie vergessen, dass wir durch dich allein Zugang zum Vater haben. Bewahre uns vor dem Irrtum, wir könnten aus eigener Kraft vor Gott bestehen. Heiliger Geist, du Tröster und Beistand. Du hast uns wiedergeboren, als wir tot waren. Du wohnst in uns und erneuerst uns täglich. Du öffnest uns die Schrift und führst uns in alle Wahrheit. Du treibst uns zu Christus, wenn wir von ihm weglaufen wollen. Lösche dein Feuer in uns nicht aus. Lass uns deine Stimme hören und ihr gehorchen. Dreieiniger Gott, wir bitten dich: Bewahre deine Kirche vor den Irrlehren, die deine Dreieinigkeit angreifen. Gib deinen Dienern Mut, das Bekenntnis von Nicäa und das Bekenntnis von Westminster festzuhalten. Lass uns nicht um des lieben Friedens willen schweigen, wo die Gottheit Christi und des Geistes geleugnet wird. Aber gib uns auch Demut. Lass uns bekennen, was du geoffenbart hast, und schweigen, wo du geschwiegen hast. Bis wir dich sehen werden, wie du bist, und dich preisen in der vollkommenen Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, des einen, wahren, dreieinigen Gottes. Amen.
← Start · Alle Andachten ·